Wozu entschleunigen? Über den inhärenten Wert von Langsamkeit

Geschätzte Lesedauer: 10 Minuten

Entschleunigen. Achtsamkeit. Mindfulness. Nur ein Hype oder doch eine neue Lebenseinstellung? DAX Unternehmen schicken ihre Führungsetagen zu Seminaren in Klosteranlagen, wo sie langsam im Kreis gehen und sich auf ihren Atem konzentrieren sollen. Firmen richten Meditationsräume ein. Statt Kaffee und Zigarette gibt es zehn Minuten auf dem Sitzkissen mit geschlossenen Augen zu Gong- oder Om Klängen aus der Smartphone App. In der Toskana kann man Wochenendtouren mit einem Esel verbringen, der kraft seiner natürlichen Lebensäußerung dafür sorgt, dass man sich in Zeitlupe bewegt.

Was ist dran an dieser ‚Achtsamkeits-Bewegung‘? Ist das notwendig? Ja, sicher. Aber anders.

Diese Tendenzen sind sehr begrüßen. Wir befinden uns in einer äußerst schnelllebigen Welt. Gehetzt, geschäftig und im Stress zu sein ist tugendhaft und sozial anerkannt. Das Wissen der Welt verdoppelt sich nach aktuellen Schätzungen etwa alle zehn Jahre. Einen Gang herunter schalten und durchatmen. Ausgezeichnete Ansätze. Das Problem? Es gibt an der momentanen Achtsamkeits-Bewegung zwei Schwachpunkte. Den einen impliziert bereits die Bezeichnung: es handelt sich um eine ‚Bewegung‘. Es ist ein Trend, sich mit den Themen Achtsamkeit, Entschleunigen, Mindfulness u.a. zu befassen. Die Initiative entspringt überwiegend vor allem dem Herdentrieb eines Menschen, sich seiner Umgebung anzupassen und nicht seinem ursprünglichen eigenen Bedürfnis. Dies hat zur Folge, dass die Richtung der Bewegung beliebig ist. Würde über Nacht ein gehetzter Lebensstil in Mode geraten beziehungsweise noch mehr in Mode geraten als bislang, dann würden sich weite Teile der Achtsamkeit-Bewegung einfach auflösen. Die Anhänger der Bewegung wollen dazu gehören und nehmen die Inhalte kritiklos hin. Es ist nicht ihr Baby, nicht intrinsisch motiviert sondern eine zufällige Fashion.

Der zweite Schwachpunkt ist die Absicht der Bewegung. Achtsamkeit, Entschleunigen oder wie auch immer man es nennen möchte können hervorragend zu mehr Lebensqualität führen. Das habe ich selbst erlebt, nicht nur bei mir. Die momentane Bewegung zielt indes in erster Linie darauf ab, Produktivität und Leistung zu steigern. Diese Komponenten sind wertvoll und verdienen Beachtung. Wenn sie jedoch zum Endzweck aller Bestrebungen gemacht werden, leidet über kurz oder lang die menschliche Seite. Der humanistische Grundgedanke wird untergraben zugunsten des monetären Profits.

In diesem Text stelle ich daher die Eigenwertigkeit von Achtsamkeit, Langsamkeit und Entschleunigung dar. Es wird sich zeigen, dass es sich dabei um edle Unterfangen auch ganz um ihrer selbst willen handelt. Das tiefere Warum zu erkennen kann eine tiefere, intrinsische Motivation verschaffen.

Die Ausdehnung des Raum-Zeit-Empfindens a.k.a. Lasst die Kinder zu Ende spielen

Wenn Du in einem kleinen Raum sitzt, dann wirkt das auf Dein Denken. Sitzt Du in einer großen Halle, dann wirkt das anders auf Dein Denken. Die Räumlichkeit, in der ich Du Dich bewegst, beeinflusst die Qualität Deiner Gedanken. Enge macht Engstirnig. Dies gilt in der zeitlichen Dimension ebenso. Wenn Du weißt, dass Du ausreichend Zeit hast, Dich Deiner Sache zu widmen; dann macht das was mit Dir. Gehetzt zu sein führt selten zu tollen Ergebnissen. Kannst Du es genießen, Dich zeitlich auszudehnen, sprich, Dir die Zeit zu lassen, um Dich mit Deiner Aufgabe zu beschäftigen und sie gründlich zu durchdringen, dann wirst Du es auch genießen, tief in sie einzudringen und Dich zu entfalten. Wenn ich mich aus der Ferne auf ein Tor zubewege und beständig fürchte, dass es sich gleich schließen wird, dann werde ich meine Umgebung auf den Weg dorthin nicht wahrnehmen, nicht wertschätzen. Dann verengt sich mein Sichtfeld, der Tunnelblick kehrt ein. Doch habe ich nicht vor, mein Leben in Tunneln zu verbringen. Wer darauf scharf ist, nur zu. Meines Erachtens gibt es erquicklichere Erfahrungen.

Wenn ich mir großzügige Zeitfenster setze, am besten welche, von denen ich weiß, dass ich sie nicht voll ausschöpfen werde, dann erlebe ich meine Aufgabe oder meine Beschäftigung völlig anders. Auf einmal entsteht da Raum für Inspiration und gedankliche Entfaltung. Ich komme auf neue Ideen. Es entsteht Flow. Meine Vorstellung, mein Bewusstsein von Zeit – sie lassen nach, weil es nicht mehr auf Zeit ankommt.

Genau weiß ich nicht mehr, wo mir der Satz begegnet ist: ‚Lasst die Kinder zu Ende spielen‘. Er drückt das hiesige meines Erachtens wunderbar aus. Prozesse, Tätigkeiten brauchen die Zeit, die für sie genau richtig ist. Du weißt einfach, wenn Du fertig bist. Ob Du eine Sandburg baust oder einen Artikel schreibst oder einen Spaziergang machst. Du gelangst an den Punkt an Du merkst, dass es jetzt vollbracht ist. Ein Gefühl von Zufriedenheit und Sättigung stellt sich ein. Du bist bereit einen Abschluss zu finden und Dich gegebenenfalls etwas anderem zuzuwenden. Diese natürlichen Abläufe zu erleben, Dich ohne vorgegebene Zeitfenster mit etwas zu beschäftigen und den Dingen den Raum zu geben um sich zu entfalten; dadurch gelangst Du zu einer völlig neuen Qualität von Erfahrung.

An dieser Stelle sei relativierend erwähnt, dass eine Arbeit mit Fristen nicht völlig ausgeklammert werden soll. Damit Fortschritt stattfindet, ist es bisweilen notwendig, das anstehende Unterfangen auf ein begrenztes Zeitfenster zu konzentrieren. Man denke nur an Parkinson’s Law, demnach sich alles soweit ausdehnt, wie ihm Zeit gegeben wird. Jedoch sind damit vor allem Aufgaben und Erledigungen gemeint. Um die geht es hier zwar auch aber nicht in erster Linie. Wessen Leben sich ausschließlich aus To-Dos und Erledigungen zusammensetzt, der muss tiefer graben als es in diesem Artikel stattfinden kann.

Langsamkeit führt zu Geschwindigkeit – Slow down to speed up

In der Schule schreibst Du anfangs jeden Buchstaben einzeln. Nach und nach, beinahe unbemerkt, wirst Du schneller. Bis Du schließlich fließend schnell und im besten Falle einigermaßen lesbar Texte mit der Hand verfassen kannst. Ähnlich geschieht es in den meisten Sportarten. Man fängt langsam an, lernt die Technik. Man konzentriert sich auf die einzelnen Schritte, bis diese perfekt sitzen. So übt ein Tennisspieler tausende von Malen den Aufschlag, verfeinert Körperhaltung und Armbewegung und Auge-Hand-Koordination. Es ist ein langwieriger Prozess, der zur Meisterschaft führt. Langsam zu beginnen ist essentiell, um sich die Einzelfähigkeiten anzueignen und dann in sinnvolle Abfolgen zu kombinieren. Ungeduld ist eine Volkskrankheit unserer Zeit. Sogenannte instant gratification ist gefragt, sofortige Bedürfnisbefriedigung. In einer Welt, in der eine Pizza in 20 Minuten kommt und Amazon gegen Aufpreis noch am selben Abend liefert ist der Mensch weder bereit noch in der Lage, Dingen ihre Zeit zu lassen. Doch ‚Gut Ding will Weile haben‘.

Wenn ich mich auf den Prozess, auf die Beschäftigung selbst konzentriere und nicht nach einem Resultat jiepere, wenn ich, so gut ich kann, einfach genieße, was ich tue; dann vergesse ich, gehetzt zu sein und dann kommt die Geschwindigkeit von ganz allein.

Schulung von Ausdauer, Geduld und Konzentration

Ausdauer, Geduld und Konzentration sind Bestandteile eines Prozesses, der auf Entschleunigung zielt. Ebenso sind sie die Resultate eines solchen Prozesses. Denn wer etwas übt, der baut im Laufe der Übung genau die Fähigkeiten auf, die er benötigt, um in seiner Übung besser zu werden. Ausdauer, Geduld und Konzentration sind inhärent verlinkt mit dem Konzept der Entschleunigung, werden von ihm gefordert und entstehen als sein Produkt. Ausdauer, Geduld und Konzentration sind hier besonders zu betonen, weil sie in Gefahr sind, dem Menschen abhanden zu kommen. Denn diese Aspekte kämpfen gegen die schon erwähnte instant gratification. Konzentration befindet sich im Krieg gegen das Smartphone, das in der Regel im Minutentakt, häufig sogar in Sekundenabständen mit Benachrichtigungen den Benutzer dazu nötigt, Aufmerksamkeit von jeglichen sinnvollen Beschäftigungen abzuziehen zugunsten von unwichtigen Kurznachrichten und Katzenvideos. Das Gehirn bekommt nur noch Fast Food. Schmeckt gut, macht aber auf Dauer fett und träge. Den mentalen Salat bestellt sich kaum mehr jemand. Bücher mit mehreren hundert dick bedruckten Seiten. Sorgfältig recherchierte Dokumentation. Filme, die eine Botschaft enthalten und de lege artis produziert wurden anstatt einfach nur zu unterhalten. Die kulturellen Auswürfe sind auf weiten Strecken Brot und Spiele für das Volk. Kultiviert ist davon herzlich wenig.

Wer sich in den Prozess der Entschleunigung begibt, dem werden Ausdauer, Geduld und Konzentration immer leichter fallen und dadurch auch die Fähigkeit, etwas aufzubauen, das Substanz hat und Bedeutung. Denn ein solches Werk zu erschaffen braucht eine Menge an ungeteilter Aufmerksamkeit (=Konzentration), Sitzfleisch und Frustrationstoleranz (= Ausdauer und Geduld). Derjenige, der hier an sich arbeitet, kann belohnt werden mit einem Leben, das von Sinn erfüllt ist und Bedeutung entfaltet.

Wer zu schnell fährt, der verpasst das Beste

Es gibt mehr im Leben als die Erhöhung seiner Geschwindigkeit. Wer auf der Überholspur unterwegs ist und das dauerhaft, der mag einen Geschwindigkeitsrausch nach dem nächsten erleben. Aber er übersieht die kleinen Schönheiten am Wegesrand. Das Leben, die Welt zieht an ihm vorbei ohne dass er viel davon mitbekommt. Er konzentriert sich auf die Strecke, auf die Bahn vor sich und auf nichts anderes; der Tunnelblick kehrt ein. Wer so lebt, der findet sich von der eigenen Schnelligkeit berauscht, fühlt sich wichtig und überlegen und erkennt in der Regel nicht die schwelende Unzufriedenheit, deren hässliche Fratze ihn süffisant anstarren würde in dem Moment, in dem er einen Gang zurückschaltet. Es ist eine der Epidemien unserer Zeit. Gehetzt und gestresst sein als Idealvorstellung. Die Apotheose des Dauerstress. Burnout als Trophäe.

Wer sich dagegen darauf einlässt, den Fuß vom Gas zu nehmen und hin und wieder links und rechts die Aussicht zu bewundern, dem zeigt sich das Leben in all seiner Fülle. Begegnungen mit Menschen. Mit sich selbst und anderen. Ein Spaziergang am Strand. Nähe zur Natur. Echte Sinnesreize erleben. Ohne Smartphone. Ohne Tablet. Ohne Smartwatch. Der einfache ehrliche Genuss der Wellen, die die nackten Füße umspülen; der Wind im Haar; der bezaubernde Anblick eines Sonnenaufgangs; die leuchtenden Augen eines herumtollenden Hundes beim Spiel.

Langsamkeit führt zu echtem Erleben. Langsamkeit kann dazu bringen, Momente des Lebens überhaupt wirklich wahrzunehmen, ihre Tiefe zu ergründen und es zuzulassen, authentische Erfahrungen zu machen und sich von ihnen machen zu lassen. Denn geht es nicht am Ende unserer Tage um Lebendigkeit, darum, möglichst viel erlebt zu haben? Wer wünscht sich auf dem Sterbebett mehr Stunden im Büro oder auf der Autobahn verbracht zu haben? Wer aber einmal ins Hamsterrad geraten ist und rennt und rennt und rennt, der ist in der Regel viel zu erschöpft, als dass er sich umschauen könnte um zu merken, dass er tatsächlich nicht einen Meter von der Stelle kommt. Gestresst sein bringt Anerkennung. Man kann im Job, den man nicht mag das Geld machen für Dinge, die man nicht braucht, um Menschen zu beeindrucken, die man verabscheut. Und ehe man sich versieht sind 30 bis 40 Jahre vergangen und man wundert sich, was jetzt eigentlich dieses Leben gewesen sein soll. So sterben die meisten Menschen zwischen ihrem 20. und 30. Lebensjahr und wandeln anschließend noch Jahrzehnte als Zombies durch die Gegend bevor sie mit 80 Jahren begraben werden. Lebendigkeit passiert nicht einfach. Wer sich in der westlichen Gesellschaft bewegt, der ist in Gefahr, in das Gegenteil von Lebendigkeit zu geraten und mit ‚9 to 5‘ sein Dasein als Zombie zu fristen.

Langsamkeit hilft, einen Schritt zurück zu gehen und genau dies zu bemerken. Und sie hilft, zu erkennen, was man wirklich will, wie man zu seiner ganz eigenen Lebendigkeit und damit zu einem erfüllten Leben gelangen kann.

Langsamkeit führt Dich zu Fähigkeit und Meisterschaft

Jeder Sportler kennt das. Man muss eine Bewegung beim Tennis hunderte Male einüben, bevor sie richtig sitzt. Wenn man das nicht tut, dann wird man sie nie richtig beherrschen. Mein persönlich prominentes Beispiel ist die Kalligraphie. Wenn ich einfach drauf los schreibe ohne mich zu bremsen, dann kann das gut gehen. Es kann aber völlig schief gehen. Tendenziell tut es genau das. Wenn ich mich stattdessen aktiv darauf konzentriere, den Buchstaben langsam und gewissenhaft zu zeichnen, wenn ich dem Strich, den ich gerade ziehe, meine gesamte Aufmerksamkeit widme, dann sieht das Werk hinterher um Welten besser aus. Und es gewinnt etwas, das ich gern als Charisma bezeichne. Man merkt, dass diese Aufmerksamkeit, diese Liebe hineingeflossen ist. Arbeit ist sichtbar gemacht Liebe – Khalil Gibran. Bei der Kalligraphie könnte ich noch so sehr hetzen für identische Resultate, es würde einfach nicht funktionieren. Und je mehr ich mich dem hingebe, desto eher erhalte ich eine Einladung für höhere Geschwindigkeiten. Dann merke ich, wie es mir leichter von der Hand geht, wie meine Hand mit der Feder über das Papier tanzt und mühelos diese wundervolle Ästhetik entstehen lässt. Wenn das soweit ist, dann passiert es, wie von allein. Bis dahin muss ich mich in Geduld und Langsamkeit üben und meine Aufmerksamkeit in meine Feder lenken, so gut ich kann.

Und wenn ich dies tue, dann gewinne ich in meiner Kunst eine Sicherheit, die durch nichts zu ersetzen ist. Denn was ich so gelernt habe, das sitzt. Im Militär wird dies bisweilen als ‚Overlearning‘ bezeichnet. Ein Soldat praktiziert ein Manöver, eine einzelne Bewegung so lange, bis sie ihm in Fleisch und Blut übergegangen ist, bis er nicht mehr darüber nachdenken muss und sie selbst unter den widrigsten aller Bedingungen noch mühelos präzise ausführen kann. Es braucht die langsamen Runden, die Furche muss gegraben werden. So entsteht ein unumstößlicher Kanon an Fähigkeiten und Fertigkeiten, die einem niemand mehr nehmen kann. Das wiederum verschafft die Sicherheit, auch auf unruhigen Passagen der Lebensreise die richtigen Entscheidungen treffen und das richtige tun zu können.

Tauche tief in den Moment ein

Solange man nach Geschwindigkeit trachtet, ist man nicht im Moment verankert. Dem Streben nach Geschwindigkeit liegt zugrunde, das Hier und Jetzt abzulehnen und einen Punkt in der Zukunft als Zuflucht und Erlösung zu erachten. Wie der Esel mit der Möhre. Mit Gedanken stets schon einige Schritte weiter zu sein beraubt der Erfahrung des Moments. Und man lebt nie nicht im Hier und Jetzt. Und das Hier und Jetzt, dieser Moment ist das einzige was man hat als Mensch. Das heißt nicht, dass man nicht planen und sich nicht erinnern darf. Die Handlung aber, das Erleben und die Erfahrung als Mensch findet sich immer nur im Hier und Jetzt, in diesem Moment. Aktive Langsamkeit, bewusstes Entschleunigen führt in genau dieses Hier und Jetzt. Wenn ich mich darauf konzentriere, mich meiner augenblicklichen Angelegenheit mit all meiner Aufmerksamkeit zu widmen und mir die Zeit nehme, mich ganz auf sie einzulassen, dann kann die wahre Magie passieren. Dann erlebe ich Tiefe und Facetten in dem, was ich tue. Und wenn ich meiner Tätigkeit so begegne, dann kann ich sie wertschätzen und erlebe rasanten Fortschritt. Rasant ja, also durchaus auch zügig, schnell. Und das dadurch, dass ich mich langsam und gewissenhaft daran begeben habe. Ohne Eile. Ohne hurtige Absichten. Ohne Resultat-Orientierung. Lasse ich mich darauf ein, den Prozess zu erleben einfach um seiner selbst willen, ohne auf Ziele zu schielen, und senke meinen Kopf und Blick in Demut auf den Schritt der vor mir liegt, dann vergesse ich die Zeit, dann gibt es keine Ziele mehr sondern nur noch die Welle der Tatkraft, der Beschäftigung, die mich in mein Ziel hinein trägt. Und wenn es doch nicht mein Ziel ist, dann trägt die Welle mich trotzdem und zwar genau dort hin, wo ich jetzt richtig bin. So auch während ich diese Zeilen Schreibe. Mit meinen Gedanken und Ideen überlasse ich es meinen Händen, die passenden Worte und Formulierungen entstehen zu lassen und gebe mich so gut ich kann dem Prozesse hin, diese Gedanken und Ideen in Sprache zu formen und dadurch Dir, lieber Leser, zugänglich zu machen. Das ist meine Absicht und um diese zu verwirklichen konzentriere ich mich darauf, in diesem Moment die schönste Handlung erscheinen zu lassen, zu der ich fähig bin. Und ich genieße es, erfreue mich am Ausdruck, lasse das Lenkrad los und trete weiter auf’s Gaspedal.

Der Tanz mit dem Universum. Push. Pull. Hingabe. Vertrauen. Den eigenen Bewegungen begegnen und sich selbst geschehen lassen. Intentionen eingeben und die Ausführung ohne Zwänge entspannt erleben. Zeit zu meistern heißt zu begreifen, dass Prozesse stattfinden müssen und Zeit vergehen muss, weil sonst alles jetzt gleichzeitig wäre und dass es wichtiger ist zu säen als zu ernten. Und dass dann mit eingebrachter Geduld genau das entsteht, was entstehen muss.


Abschluss

Das war sie, meine Ode auf die Langsamkeit. Zu entschleunigen bringt mehr als Leistung und ein modisches Lebensgefühl. Fahre die Geschwindigkeit herunter um langfristig ein Mehr an Geschwindigkeit hinzu zu gewinnen, wenn Du es denn dann möchtest. Fahre die Geschwindigkeit herunter, um ein Meister Deiner Kunst zu werden. Fahre die Geschwindigkeit herunter, um das Leben im Hier und Jetzt erleben und genießen zu können. Fahre die Geschwindigkeit herunter für ein Mehr an Zufriedenheit und Lebensqualität. Das Leben hat mehr zu bieten als Schnelligkeit. Genieße Schnelligkeit, wenn sie sich einstellt und Du Freude an ihr erleben kannst. Aber verfolge sie nicht um ihrer selbst willen. Und vor allem lasse Dich von der Geschwindigkeit nicht über die Leere und Bedeutungslosigkeit Deiner Existenz hinwegtäuschen.

Begegne dem Leben würdig und mit Demut. Zolle Deinen Tribut. Bringe Deine Stunden ein. Erfreue Dich an den Blumen am Wegesrand. Schätze die kleinen Dinge und Momente. Atme tief durch, lächle und gehe langsam.

Bis zum nächsten Mal.

Dein Lion

Kommentare gerne an kontakt@lionlogert.com.

2 Gedanken zu „Wozu entschleunigen? Über den inhärenten Wert von Langsamkeit

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