Wenn Alles noch lange nicht genug ist.

Und wie Wenig mehr als genug sein kann.

Paradoxien der Entscheidungsfindung.

Stelle Dir vor: Es ist mal wieder soweit und Du willst/musst Dir ein neues Handy kaufen. Du gehst in ein Geschäft oder auf die Internetseite Deines Lieblingshändlers und fängst an, Dich umzuschauen. Was passiert jetzt? Wirst Du sofort das erste Gerät nehmen, das Deinen Vorstellungen einigermaßen entspricht? Oder wirst Du eine umfangreiche Marktanalyse anstellen, die aktuellen Durchschnittspreise berechnen, momentane Entwicklungen der Produktion inspizieren und nach einigen Monaten anhand einer komplexen Entscheidungsmatrix vielleicht ein neues Telefon anschaffen? Wahrscheinlich wird Dein Weg irgendwo in der Mitte liegen. Wahrscheinlich wirst Du aber auch klar in eine Ecke des Spektrums tendieren.

Es gibt zwei Arten von Menschen. Satisficer vs. maximizer!

Psychologische Studien (Schwartz et al., 2002; Iyengar et al., 2006) haben herausgefunden, dass es in Sachen Entscheidungen zwei Kategorien von Menschen gibt. Die einen sind die satisficer: Sie greifen schnell zu. Nicht lang’ schnacken. Kopf in’ Nacken. Sie nehmen sich nur wenig Zeit. Sie treffen die Wahl, die sich zügig als einigermaßen passend zeigt. Und das war es dann. Die anderen sind die maximizer: Sie studieren jede verfügbare Option eingehend. Prüfen auf Herz und Nieren. Lassen keinen Stein auf dem anderen. Alles durchleuchten. Alles mal gesehen haben. Den gesamten Problemraum kennen mit all seinen Operationen und Lösungen. Eine Studie zu dem Thema verfolgte den Werdegang der Jobsuche von 548 Berufseinsteiger/innen. Die maximizer unter ihnen erhielten am Ende im Durchschnitt 20 % mehr Lohn. Sie schienen irgendetwas richtig zu machen.

Doch jetzt kommt der Clou – was glaubst Du, wer von beiden am Ende zufriedener ist? Auf den ersten Blick denkst Du vielleicht, die maximizer müssten hier klar die Nase vorne haben. Sie treffen die wirklich informierte Entscheidung. Eine maximizerin weiß, dass ihr nichts entgeht und dass sie die beste Wahl unter allen möglichen getroffen hat. Sie müsste überaus glücklich sein mit ihrem gründlich optimierten Urteil. Die Realität zeichnet ein anderes Bild. In oben erwähnter Studie stellte sich heraus, dass maximizer mit ihren Ergebnissen sogar weniger zufrieden sind als die satisficer. Sie erreichen objektiv mehr, empfinden jedoch subjektiv weniger Lebensqualität. Paradox, aber wahr.

Reflexionsfragen und Anregungen

Jetzt, wo Du das Paradox kennst – welchem Entscheidungstypen würdest Du Dich zuordnen? Wäre es für Dich vielleicht sinnvoll, einen Hauch mehr satisficer/maximizer in Deine Entscheidungsfindung zu integrieren, um das Beste aus beiden Welten für Dich mitzunehmen? Und wie kannst Du mit obsessiven maximizern umgehen? Hilft ein Hinweis auf die ungünstige Entscheidungsstrategie, um auf andere Pfade zu geleiten? Oder lässt Du sie bei wichtigen Entscheidungen am besten einfach außen vor? Teile mir Deine Überlegungen gerne mit per Kommentar unter diesem Beitrag oder per Mail an kontakt@lionlogert.com

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Bis zum nächsten Mal

Dein Lion

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