Positive Hoffnungslosigkeit

Welche Assoziationen löst der Titel des Beitrags bei Dir aus?

Findest Du vielleicht, dass er seltsam klingt? In sich widersprüchlich?

Genau so ging es mir jedenfalls, als er mir erstmals begegnete beim Autor Albrecht Mahr in dessen Buch ‚Von den Illusionen einer unbeschwerten Kindheit und dem Glück, erwachsen zu sein‘

Eine kurze Erklärung

Positive Hoffnungslosigkeit – auf den ersten Blick ein Oxymoron. Hoffnungslosigkeit klingt nach fehlender Perspektive, nach einer unerträglichen Situation ohne Ausweg, ohne Aussicht auf Besserung. Wie soll Hoffnungslosigkeit positiv sein?

Erst auf den zweiten Blick entpuppt sich der Gedankengang des Begriffs als nachvollziehbar und erhellend. Hoffnungslosigkeit ist im hiesigen Zusammenhang seiner negativen Konnotation zu entkleiden und neu zu begreifen: Sie meint nicht, der Zukunft in Erwartung unangenehmer Situationen entgegen zu blicken. Sie bezieht sich auf eine Perspektive, die die Gegenwart fokussiert anstatt in die Zukunft abzuschweifen. Es geht nicht um die Qualität der Erfahrung sondern um deren zeitliche Positionierung.

Für Fortgeschrittene: Positive Hoffnungslosigkeit und Eckhart Tolle

Wer sich mit Eckhart Tolles ‚The Power of Now‘ (Deutsche Version: ‚Jetzt!Die Kraft der Gegenwart‘) beschäftigt hat, dem ist hiesiges Konzept sehr vertraut. Was neu ist? Die positive Hoffnungslosigkeit bietet eine weitere Perspektive, kommt aus einer anderen Richtung; sie lotet den Raum um das Konzept aus. Während ‚Die Kraft der Gegenwart‘ die gesamte Aufmerksamkeit darauf bündelt, im Hier und Jetzt zu bleiben und nicht in die Zukunft (oder Vergangenheit) abzuschweifen, entspannt die positive Hoffnungslosigkeit die Herangehensweise: Man erlaubt sich den mentalen Ausflug in die Zukunft, um sich von dort wieder zurück federn zu lassen in die Gegenwart. Die Hoffnung darf aufkeimen und dann lässt man sie wieder los, wird positiv hoffnungslos. Ein Spiel über die Bande, wenn man so will. Der Aikidō-Weg der Bewusstseinspraxis.

Soweit mein Verständnis. Anderslautende Gedanken sehr gerne gesehen.

Reflexionsfragen:

Lebst Du im Hier und Jetzt? Oder wartest Du (unbewusst) auf einen Moment in der Zukunft, in dem Du zufrieden/komplett/vollständig sein wirst, um dann endlich anzufangen zu leben?

Was stört Dich an Deiner jetzigen Lebenssituation? Kannst Du Deine Lebenssituation entsprechend ändern? Wenn ja – wann und wie wirst Du etwas verändern? Wenn nein – wie wirst Du Dich mit der Situation arrangieren oder wann wirst Du die Situation verlassen?


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Bis zum nächsten Mal

Dein Lion

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