Mit ‚Hardiness‘ gelassen bei Stress

Ganz entspannt im Hier und Jetzt

Ein Leben ohne Stress? Eine Illusion. Wer sich auf den Pfad begibt, Potentiale zu entfalten und über sich hinaus zu wachsen, sieht sich mit Stress konfrontiert. Ich für meinen Teil muss dazu sagen, dass ich es nicht anders wollen würde. Stressige Phasen sind zwar erstmal haarig. Aber sie zwingen mich zu Fortschritt. Sie führen an Grenzen. Und darüber hinaus. Neue Lebensinhalte entstehen auf dem Weg, eine Lösung zu erschaffen für das Problem, das den Stress auslöste. Außerdem lerne ich mich selbst besser kennen: Ich erfahre meine eigenen Empfindlichkeiten und Stressfaktoren. Und ich entdecke, wie ich vorgehe, um die Stresssituation zu beheben. Der Stress hält mir den Spiegel vor und verschafft mir Selbsterkenntnis. Nosce te ipsum, wie der Lateiner sagen würde: Kenne Dich selbst.

Stress ist also nichts an sich Schlechtes. Die wertfreie Betrachtung zeigt – es handelt sich um einen Indikator. Wir empfinden Stress, wenn wir belastet sind und/oder wenn sich viel verändert in unserer Welt. Stress ist eine natürliche Reaktion auf die Umstände. Diese gilt es im Auge zu behalten, um einen gesunden Umgang mit Stress zu ermöglichen.

Stress in der psychologischen Betrachtung

Die psychologische Forschung hat eine Persönlichkeitseigenschaft ausfindig gemacht, die ihren Besitzer besonders gegen Stress feit. Man taufte sie auf den Namen ‚Hardiness’, übersetzt: ‚Widerstandsfähigkeit‘. In diesem Artikel bekommst Du eine Übersicht davon, was sich hinter dem Begriff ‚Hardiness‘ verbirgt. Außerdem gebe ich Dir einige Übungen an die Hand, mit denen Du Deine persönliche ‚Hardiness‘ ausbauen kannst.

Die ’Hardiness’-Persönlichkeit. Gegen Stress natürlich gewappnet.

Hardiness beschreibt ein Konglomerat von drei Merkmalen. Wenn man so möchte, die drei Cs der Stressresistenz: Commitment, Challenge und Control.

Commitment

Commitment beschreibt, wieviel Dir etwas bedeutet. Je mehr Dir an Deiner Sache liegt, desto eher wirst Du bereit und fähig sein, Stress zu tolerieren. Es geht um Dein ‚Warum’: Mit einem ausreichend starken ‚Warum‘ lässt sich beinahe jedes ‚Wie‘ ertragen (Nietzsche).

Übung und Praxis – Wähle Projekte und Angelegenheiten, die Dir überragend wichtig sind. Prüfe Deine Motive vorab. Wie wirst Du reagieren, sobald es hart wird? Was unternimmst Du, wenn sich größere Schwierigkeiten einstellen und Du nicht mehr so einfach weiterkommst? Sorge dafür, dass Deine Projekte Dein Herzblut in Wallung bringen. Erlaube Dir Leidenschaft! Nicht so viel, dass Du davon ausbrennst. Aber doch so viel, dass der Ofen an bleibt. Du durchschreitest die notwendig sich einstellenden Tiefs mit einem lachenden und mit einem weinenden Auge. Weinend, denn Du musst kämpfen, es wird Dir nichts geschenkt. Aber auch lachend, denn Du genießt es, auf dem Weg zu sein. Jede Träne, jeder Tropfen Blut und jede Schweißperle sind es wert und Du weißt: Sie gehören zum Spiel dazu!

Challenge

Challenge heißt Herausforderung. Du betrachtest die stressige Situation als Wachstumsgelegenheit anstatt Dich von ihr überfordert zu fühlen. Du begreifst die missliche Lage als Chance (Interessant hierzu übrigens ein linguistisches Schmankerl: Im Chinesischen ist das Wort ‚Krise‘ gleichbedeutend mit ‚Chance‘). Erfasse die Lage ganz genau. Welche neuen Lebensinhalte zeigen sich? Welche Schönheit erkennst Du? Wie lernst Du Dich selbst besser kennen und welche Kräfte kitzelt das Schlamassel aus Dir heraus?

Übung – frage Dich: Wie kannst Du an dieser Situation wachsen? Welche Gelegenheit für Fortschritt bietet Dir die Situation? Welche Ressourcen kannst Du aktivieren, um diese Situation zu meistern?

Du weißt nicht, wie stark Du wirklich bist bevor Du keine andere Wahl hast als so stark zu sein, wie nur Du sein kannst.

Control

Control bedeutet, Du erkennst Möglichkeiten, die Situation zu beeinflussen. Du bist ihr nicht hilflos ausgeliefert. Du bist imstande, sie zu kontrollieren. Vielleicht nicht gänzlich. Aber doch soweit, dass Du etwas ändern und nach Deinen Vorstellungen gestalten kannst. Du ergreifst die Initiative. Du gehst in Aktion. Eine Reise von tausend Meilen beginnt mit einem einzigen Schritt. Genau den gehst Du jetzt.

Übung – frage Dich: Welche Einflussmöglichkeiten hast Du? Wo kannst Du Deinen Hebel ansetzen? Was kannst Du tun, um Deinen Einflussbereich zu erweitern?

 

(Übrigens hilft auch Meditation hervorragend gegen Stress. Mehr darüber erfährst Du hier und hier.)

 


 

Wie gehst Du mit Stress um? Was löst bei Dir Stress aus, worauf reagierst Du empfindlich? Was kannst Du noch heute tun, um Deine persönliche ‚Hardiness‘ um ein Prozent zu steigern? Lasse es mich wissen ebenso wie sonstige Fragen, Kritik und Anregungen zum Thema – gerne per Kommentar unter diesem Beitrag oder per Mail an kontakt@lionlogert.com

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Bis zum nächsten Mal

Dein Lion

 

 

Wer sich näher mit dem Thema ‚Hardiness‘ beschäftigen möchte, erhält unter folgendem Link ein kostenpflichtiges PDF Dokument der American Psychological Association: Kobasa, S. C. (1979). Stressful life events, personality, and health: An inquiry into hardiness. Journal of Personality and Social Psychology, 37(1), 1-11.

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