Reflexion für Vielbeschäftigte, Gestresste, High Performer und Ruhelose

In weniger als zehn Minuten zu mehr Klarheit und Lebensqualität

Michael Wagner ist im Stress. Wie fast immer. Der Wecker klingelt morgens um halb sechs. Eine kurze Runde Jogging, Dusche, ab ins Büro. An guten Tagen reicht es für ein Frühstück. Das passiert ungefähr alle zwei Wochen einmal. Der Beruf fordert seinen Tribut. Dabei haben die haben die langen Tage ihre Reize. Es passiert viel. Interessante Projekte, interessante Menschen, interessante Orte. Herr Wagner ist unterwegs. Er ist gefragt. Sein Telefon ist selten länger als einige Minuten still. Er muss Entscheidungen treffen. Mit der Führungsposition einher geht die Last ebenso wie die Lust an der Verantwortung. Die meiste Zeit macht ihm seine Arbeit großen Spaß. Er kann sich verwirklichen. Er wächst an seinen Aufgaben. Er genießt es, sich zu verausgaben. Er ist ungebunden. Keine Familie. Völlig frei. Wenn er spät abends nach hause kommt, gibt es in der Regel nur noch einen Snack und vielleicht eine Folge irgendeiner Serie. Dann und wann ein Glas Wein mit Freunden oder ein Date. An einigen Wochenenden gibt es exzessive Partynächte. Um das Leben nachzuholen, das ihm sonst stets entgeht. Bislang funktionierte das gut für Herrn Wagner. In letzter Zeit allerdings verspürt er immer häufiger eine subtile Unzufriedenheit. Er mag seinen Job, merkt aber, dass das nicht alles ist. Ihm fehlen andere Lebensaspekte, die er in den letzten Jahren erfolgreich ausgeblendet hat. Langsam nagt es an ihm. Doch er weiß nicht, wie er damit umgehen soll. Er ist im Hamsterrad. Er hat keine Zeit zum Nachdenken. Und wenn er ganz ehrlich zu sich selbst ist, muss er sich gestehen: Er möchte nicht zu viel nachdenken. Denn es könnte ihm klar werden, dass er auf dem falschen Weg ist. Und das würde alles noch viel schwieriger machen. Stattdessen labt er sich an den Früchten seines Erfolgs. Erntet Anerkennung von Freunden und Bekannten. Um seine Altersvorsorge braucht er sich keine Gedanken mehr machen. Die jährliche Weltreise bezahlt er aus der Portokasse. Allerdings dauert sie auch stets nur drei Wochen. Jedenfalls dämmert es Herrn Wagner, dass es da draußen mehr gibt als Büro, Ego und Konsum.

Was könnte Herrn Wagner helfen?

Reflexion:

Jeder Mensch sollte sich 20 Minuten am Tag nehmen, um einfach still zu sitzen. Es sei denn, er hat keine Zeit. Dann sollte er sich eine Stunde nehmen.

Was bringt Reflexion?

Du erkennst Deine Flugrichtung.

Im Trubel des Alltagsgeschäfts kann es leicht passieren, dass Du den Überblick und die Orientierung verlierst und schließlich nicht mehr bemerkst, wohin Du Dich bewegst. Du verlierst aus den Augen, was Dir wichtig ist. Du wirst mitgerissen vom Strom der Dinge und Aufgaben bis Du eines Tages einsehen musst, dass Du irgendwo falsch abgebogen bist. Indem Du in regelmäßigen Abständen einen Schritt zurück gehst und das große Ganze im Auge behältst, beugst Du solchen Problemen vor. Du verlierst Dich nicht in Details und Stellvertreterkriegen. Stattdessen bleibst Du auf Kurs und widmest Dich dem, was Dich weiterbringt auf dem Weg, den Du beschreiten möchtest.

Du erkennst, welche Themen und Probleme Dich beschäftigen.

Während Du im Workflow bist und hochkonzentriert an Deinen Projekten arbeitest, bemerkst Du vielleicht gar nicht, wie etwas still und unauffällig an Dir nagt und Dir Deine Lebensfreude absaugt. Du flüchtest Dich in Betriebsamkeit, bleibst unter Strom. Das kann bewusst oder unbewusst geschehen. Auf diese Weise kannst Du Jahre im Hamsterrad verbringen, ohne dass sich Deine Lebensqualität auch nur um einen Deut steigert. Reflexion verschafft Dir Einsicht und Erkenntnis. So entwickelst Du ein Gefühl dafür, was Dich wirklich bewegt und Dir am Herzen liegt. Stressfaktoren werden Dir bewusst und Du hast die Gelegenheit, sie zu beseitigen.

Du kannst neu justieren.

Du hast die Wahl: Nachdem Du Deine Flugrichtung und Deine echten Probleme erkannt hast, kannst Du bessere Entscheidungen treffen. Du kannst Deine Flugbahn neuen Gegebenheiten und Interessen anpassen. Und Du hast die Option, Probleme und Themen anzugehen. Je früher Du Dich Schwierigkeiten aktiv widmest, desto besser: Kill the monster while it’s little.

Wie einfach Reflexion sein kann.

Im Folgenden gebe ich Dir ein Werkzeug mit auf den Weg, um auf Reflexion auch in besonders stressigen und zeitkargen Lebensphasen nicht verzichten zu müssen. Damit ist nicht gesagt, dass Du Dir nicht regelmäßig auch den Raum für ausschweifende Reflexionen schaffen solltest. Im Gegenteil lege ich Dir solche sogar wärmstens ans Herz. Der Zweck der hiesigen Übung ist, dass Du in jeder Situation Gelegenheit findest für eine minimalistische Reflexion. Oder umgekehrt ausgedrückt: Das hiesige Werkzeug soll Dir alle Ausreden wegnehmen.

Das Werkzeug besteht aus drei kurzen Fragen:

Minimalistische Reflexion in drei Fragen à 2-3 Minuten

Wofür bin ich dankbar?

Worauf Du Deine Aufmerksamkeit richtest, dorthin fließt Energie. Deine Aufmerksamkeit kannst Du hervorragend mit Fragen wie der hiesigen steuern. Indem Du Dich auf diejenigen Lebensaspekte konzentrierst, für die Du Dankbarkeit empfindest, beeinflusst Du Deinen emotionalen Zustand. Du spürst Wertschätzung. Und Du wirst automatisch assoziieren und bewusst wie unbewusst an weitere Aspekte denken, die Dich mit Dankbarkeit erfüllen. Das bringt Dich auf die Ideen für Dinge, für die Du dankbar sein könntest und es macht Dir bewusst, wie reichhaltig Dein Leben bereits ist. Aus einem solchen Zustand heraus gelingt es Dir leicht, Dich in Fortschritt und Überfluss zu begeben.

Was beschäftigt mich, regt mich auf, bereitet mir Bauchschmerzen?

Diese Frage hilft Dir dabei, Deine Probleme zu erkennen. Wozu?- mag man sich fragen. Schließlich drängen Probleme sich von selbst ins Blickfeld, nicht wahr? Ganz so einfach ist es nicht. Was Dich innerlich wirklich beschäftigt, kann unauffällig präsent sein, ohne dass Du im Alltag damit konfrontiert bist. Ein latentes Hintergrundrauschen, das Du nicht mehr wahrnimmst, weil Du Dich daran gewöhnt hast. Deine echten Probleme. Vielleicht geht es um eine Beziehung zu einem Menschen, die schon lange nicht mehr so rosig verläuft, wie Du es Dir wünschen würdest. Oder Dein Gesundheitszustand bereitet Dir Sorgen, obgleich Du bislang nicht unter körperlichen Beeinträchtigungen leidest. Mache Dir mit dieser Frage Deine ’Themen’ bewusst. Damit eröffnest Du den Raum, um Veränderungen anzustoßen. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt.

Was hätte ich heute wie besser machen können?

Sichte Potentiale und gebe neue Regieanweisungen. Mit dieser Frage kannst Du kleine Verbesserungen in die Wege leiten, die andernfalls unter den Tisch fallen würden. Denn auf die ein oder andere Weise begegnen Dir Tag für Tag Themen und Veränderungspotentiale. Ergreife sie. Vielleicht hättest Du in einem Gespräch anders auf eine Person reagiert. Oder Du wärst gerne früher aufgestanden, hättest gesünder gegessen, hättest Dir bei einer Tätigkeit mehr Mühe geben. Werde Dir dessen bewusst und stelle Dir vor, wie Dein Tag anders verlaufen wäre, hättest Du wunschgemäß gehandelt – Wie würdest Du Dich jetzt fühlen? Weiterhin: welche vergleichbare Situation wird in den kommenden Tagen höchstwahrscheinlich auftauchen und wie wirst Du mit ihr umgehen? Sichte Potentiale und schöpfe sie aus. Potentiale sind überall.


Welche Methoden nutzt Du, um auch in besonders stressigen Phasen einen kühlen Kopf zu bewahren und auf Kurs zu bleiben? Welche Schwierigkeiten begegnen Dir dabei? Lasse es mich gerne wissen per Kommentar unter diesem Beitrag oder per Mail an kontakt@lionlogert.com

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Bis zum nächsten Mal

Dein Lion

2 Gedanken zu „Reflexion für Vielbeschäftigte, Gestresste, High Performer und Ruhelose

  1. Lieber Lion! Ein herrlicher Beitrag der mein Herz erfreut! Genau so ist es – Selbstreflexion ist ein richtungsweisendes Tool nach den eigenen, oft verdrängten, Bedürfnissen! Danke für deine Zeit!
    LG Karin

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