Was Werbung wirklich mit Dir macht.

Und was sie dabei mit Liedern von Lady Gaga gemeinsam hat.

Vielleicht hast Du folgendes schon erlebt: Irgendein neuer Trend tauchte auf. Ein Lied, eine Redewendung oder ein bestimmter Schuh oder sonstige Mode, völlig gleich. Zunächst konntest Du damit nichts anfangen. Vielleicht kam es Dir albern vor oder stupide oder einfach vage geschmacklos. Nach und nach wuchs Deine Toleranz. Der eine Song von Lady Gaga störte gar nicht mehr so sehr. Es gab schlimmeres als Bubble Tea (was ist daraus überhaupt geworden?). Und auch Skinny Jeans oder Schlaghosen akzeptiertest Du eines Tages zähneknirschend. Noch ein wenig später keimte still und leise eine kleine Sympathie auf. Ein paar Chucks fanden ihren Platz in Deinem Schuhregal. Du ertapptest Dich dabei, wie Du zum Rhythmus des einst verhassten Song unauffällig mit dem Kopf nicktest.

Wie kommt’s?

Hinter all dem steckt ein aus der psychologischen Forschung bekanntes Phänomen. Es hat mit unserer Vorliebe für Gewohnheiten und Konstanten zu tun: Alles, was uns immer und immer wieder begegnet, gewinnt schließlich unsere Sympathie. Die bloße Vertrautheit erzeugt Zuneigung. So kann es passieren, dass Menschen sich in langjährige Arbeitskollegen verlieben. Oder sie kaufen ein Produkt, dessen Werbefilmchen sie schon immer blöd fanden, nach 592 Einblendungen aber mürbe geworden sind.

Das Phänomen heißt „mere-exposure-effect“. Übersetzt in etwa „Effekt des bloßen Ausgesetztseins“. Ist man einem Reiz (Lied/Schuh/Gedanke/Idee…) lange genug ausgesetzt, wird man irgendwann beinahe unweigerlich Sympathie dafür empfinden.

Soweit so gut. Jetzt kennst Du den Effekt. Lass es Dir gleich gesagt sein: Deine Kenntnis wird an der Wirkung nichts ändern.

Aber gehen wir einen Schritt weiter:

Wie kannst Du die Erkenntnis nutzen?

Selbstreflexion

Wie in den meisten Prozessen der Persönlichkeitsentwicklung erlangst Du hier zunächst der Vorteil der bewussten Selbstreflexion. Du kennst jetzt den „mere-exposure-effect“, führe eine Analyse durch: Wo in Deinem Leben spielt er eine Rolle? Welche Reize gleich welcher Art, ob Songs, Modeerscheinungen oder Ideengüter haben bei Dir nach und nach Sympathiepunkte eingeheimst durch ihre dauernde Existenz in Deiner Wahrnehmung?

Und gibt es vielleicht andere Produkte, Ideen etc., die auf irgendeine Weise besser sind als die aktuell präsenten?

Konditioniere Dich

Zweitens beschäftige Dich mit dem, was Du gerne mögen würdest. Klingt komisch? Begebe Dich gedanklich in die Zukunft und betrachte Deine Zielaspekte. Über welche Themen könntest Du heute etwas lesen, welche Filme schauen, welche Menschen kennen lernen, deren Vertrautheit Dich eines Tages weiterbringt?


Welche Rolle spielt der „mere-exposure-effect“ in Deiner Welt und wie könntest Du ihn künftig gezielt einsetzen für Deinen Fortschritt? Berichte gerne davon per Kommentar unter diesem Beitrag oder per Mail an kontakt@lionlogert.com

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Bis zum nächsten Mal

Dein Lion

4 Gedanken zu „Was Werbung wirklich mit Dir macht.

  1. Vielen Dank für den Beitrag! Ich denke damit lässt sich meine Frage erklären, warum so viele Menschen auf diverse Marken und andere Dinge immer wieder reinfallen und ich nur ratlos daneben stehe. Es hat vermutlich tatsächlich einen Effekt, dass ich seit über 15 Jahren weder Fernseher noch Radio besitze und auch im Internet Werbungen strikt blockiere.
    Der Umkehrschluss, sich dann quasi an Dinge durch den „mere-exposure-effect“ zu gewöhnen finde ich genial!

    1. Danke für Deine Rückmeldung. Werbeblocker sind in der Tat eine tolle Erfindung!
      Und es freut mich sehr, dass die Anwendung des Konzepts bei Dir Anklang findet. Viel Spaß damit 😉

      Lieber Gruß
      Lion

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