Vom Leben in der 1. Klasse

Das hier handelt nicht davon, wie ich 25 mal sitzengeblieben bin und heute als relativer Methusalem eingepfercht zwischen zu kleinen Möbeln unter lauter Zwergen die Schulbank drücke.

Meine Intuition hatte mir bereits wortlos geflüstert, was ich wenig später klipp und klar zu Ohren bekam: Lass’ in Deine Texte mehr persönliche Hintergründe einfließen! „Aber ist das denn nicht zu nah?“, dachte ich mir. Und interessiert dergleichen denn überhaupt die Leser, die etwas erfahren wollen über Effektivität und Persönlichkeitsentwicklung und nicht über mich? Ganz so einfach ist es nicht. Die Welt hat mal wieder mehr zu bieten als binär. Nun gut, ich werde es probieren.

Wie kürzlich im Beitrag zum Thema Manipulation und Selbstvertrauen geschehen, so nun auch hier eine Impression mit Selbstbezug. Attitüden und Lebensstil haben nichts mit Arroganz oder Überheblichkeit zu tun sondern mit Selbstwertschätzung und den Kleinigkeiten, die Lebensqualität ausmachen.

Was ist ein Leben in der ersten Klasse?

Meine erste Assoziation zum Thema ist momentan die Reise in den Fernverkehrszügen der „Deutschen Bahn“. Häufig gibt es dort das 1. Klasse-Ticket für maximal zehn bis 15 € Aufpreis. Die Sitzplatzreservierung ist inklusive, was die Betragsdifferenz abermals reduziert. Im Ergebnis sind es allenfalls etwa fünf Euro mehr pro Stunde für mehr Platz, weniger Mitfahrende in der direkten Umgebung und die Möglichkeit, Speisen und Getränke aus dem Bistro direkt an den Platz liefern zu lassen.

Soviel zur „Deutschen Bahn“.

Was ein 1. Klasse-Leben noch ist? In meiner Welt: Die Bereitschaft zu relativ hohen Investitionen in essentiellen Dingen. Konkret: Gegenstände und Leistungen, die besonders wichtig sind und/oder die ich viel und intensiv nutze, dürfen gerne teuer sein. Zum Beispiel Schuhe, Kopfhörer, Computer, Coachingeinheiten und Matratzen.

Wie und warum die erste Klasse sich auszahlt

Die Vorzüge von Qualität

Weil sparen sich manchmal einfach nicht lohnt oder: Warum man es sich nicht leisten kann, billig zu kaufen. In der Regel sind Gegenstände und Leistungen der ersten Klasse ungleich haltbarer. Sie erfüllen höhere Qualitätsstandards als die Pendants aus dem Niedrigpreissegment. Das wiederum führt dazu, dass man nicht nur ein besseres Produkt in Händen hält, sondern dass dieses auch noch länger hält und zwischendurch weniger Arbeit macht. Der Aufwand für Reparaturen und ähnliches Mühsal bleibt gering. Insoweit ist ein teures Teil mehr wert als zwei billige und tendenziell in der Bilanz günstiger. Außerdem ist der Kundenservice zu bedenken: Der Verkäufer legt sich tendenziell mehr ins Zeug für denjenigen, der einst das doppelte für seine Ware bezahlte.

Extra Gedankenspiel: Könnte man nicht sagen, dass die alte Investmentweisheit „Diversifiziere!“ in Sachen Gegenstände und Leistungen des täglichen Lebens umgekehrt gilt? Hier tut man nämlich offenbar besser daran, alles auf eine Karte zu setzen und sich veredelte Spitzenqualität angedeihen zu lassen. Daran hat man langfristig mehr Freude.

Das konstruktive Selbst-Gespräch Kommunikation mit sich selbst

„Ich bin es mir wert.“, „Ich kann es mir leisten.“, lauten nur zwei der Sätze der inneren Stimmen (auch völlig ohne Schizophrenie oder dissoziative Störung) einer Person, die das Leben in der ersten Klasse pflegt. Klingen diese beiden Sätze vertraut? Für die meisten leider eher nicht, angesichts der Häufigkeit von Aussagen, die darauf hindeuten, dass monetäre Einschränkungen das Leben behindern. Und bitte richtig verstehen. Es geht hier nicht darum, die Ersparnisse der Altersvorsorge für einen Schrank voller Designerschuhe auf den Kopf zu hauen. Ganz und gar nicht. Stattdessen sollte man unnötige Ausgaben (Krimskrams, mehrmals wöchentliche Restaurantbesuche, überflüssige Doppel-Anschaffungen) reduzieren und die Ressourcen in dasjenige lenken, was einen signifikanten Mehrwert bietet in Gestalt gesteigerter Lebensqualität oder reduzierter Frustration. Zur Gewohnheit gemacht mündet das in einer erquicklichen Aufwärtsspirale. Sky is the limit.

In Berlin sagt man gerne „Lieber ein bisschen mehr und dafür was Gutes“. Das wird so leider nicht immer gleich klappen. Daher ist „ein bisschen weniger aber dafür was Gutes“ ein wunderbarer Start für ein erstklassiges Leben.

Zu diesem Unterpunkt schließlich noch, auch wenn es für manche ein wenig wu-wu klingen mag: Die erste Klasse ist gut für’s Charisma. Denn man fühlt sich besser und das ist automatisch anziehend für andere. Außerdem trifft man Menschen, die sich ebenfalls die erste Klasse wert sind. Man kann sich also überlegen: Wie ist die erste Klasse wohltuend für meine Netzwerke und Beziehungen?

Geld oder Leben?

Mir sind manche Power-Sparer begegnet, denen sich bei der Lektüre dieses Artikels die Fingernägel aufrollen würden. Das lustige an diesen Herrschaften ist, dass bei den meisten ihrer Art die Sparerei zum Selbstzweck mutierte. Sie entwickeln irgendwann eine überwältigende Ambition, möglichst kein Geld auszugeben.

Dazu muss ich immer an einen Spruch denken – Es gibt drei Arten von Menschen, die kein Geld haben: Arme, Verschwender und Geizhälse.

Letztlich ist es jedem überlassen, seine Finanzen nach Belieben zu gestalten. Man sollte gleichsam im Blick behalten, dass die Inflation die Euros Jahr für Jahr wegschmelzen lässt und dass die Entscheidung, kategorisch nicht zu investieren an sich auch eine Art des Investierend ist. Mit äußerst magerer Rendite. Geld muss fließen. Manchmal muss man es zum Fenster herauswerfen, damit es zur Tür wieder reinkommt. Einige Euros an der richtigen Stelle eingesetzt bringen unbezahlbare Momente und Lebensqualität, die kein noch so hoher Betrag auf dem Konto ersetzen kann.

Buchtipp zum Thema: The Magic Of Thinking Big.*

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Reflexionsfragen und Handlungen

Wie viel Geld gibst Du wofür aus? Scanne Dein Ausgabeverhalten und modifiziere es weise.

Identifiziere Bereiche, Leistungen und Gegenstände, bei denen hohe Investitionen Dir eine überproportionale Rendite bringen in Gestalt gesteigerter Lebensqualität und/oder reduzierter Frustration.

Für ein transformatives Gespräch über das Leben in der ersten Klasse, Lebensqualität und optimierte Finanzen melde Dich gerne bei mir über kontakt@lionlogert.com oder per Kommentar unter diesem Beitrag.

Bis zum nächsten Mal

Dein Lion

 

 

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