Darf ich vorstellen: Dein Unterbewusstsein

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Wie Du Dein Spiel des Lebens gewinnen kannst.

Was ist das Unterbewusstsein? Wenn Du Dich mit der Persönlichkeitsentwicklung beschäftigst, begegnest Du ihm sehr bald. Nicht, dass es vorher keine Rolle gespielt hätte. Es war immer schon ein Teil von Dir. Aber in diesem Moment wird klar, welch gigantische Rolle es in Deinem Leben einnimmt. Bedienen wir uns zur Veranschaulichung des Eisbergmodells: unser Bewusstsein entspricht der Spitze des Eisbergs; den Löwenanteil, der unter der Wasseroberfläche liegt, nimmt das Unterbewusstsein ein.

Wie das Unterbewusstsein Deine Lebenswirklichkeit prägt.

Zunächst ein kurzer Überblick darüber, was das Unterbewusstsein denn überhaupt genau macht. Es bestimmt, wie Du Deine Welt wahrnimmst. Im Spiel Deines Lebens sind Spielfeld und Spielregeln Erzeugnisse Deines Unterbewusstseins. Deine Wahrnehmungsfilter sind sämtlich unterbewusste Programme, die dafür sorgen, wie Du was siehst. Unterbewusste Interpretationen und Auswertungen fallen hier hinein genau so wie automatisch gezogene Schlüsse und dergleichen. Weiterhin dazu gehören die Metaphern, die Du dem Leben gibst. Hältst Du es für einen Spiel, eine Party, einen Kampf, einen Tanz? Welche Glaubenssätze hast Du? Welche mentalen Strategien benutzt Du? Und welche Auffassung hast Du hinsichtlich der Potentiale und Möglichkeiten, die es gibt? Sind Glück und Zufriedenheit, vielleicht sogar Erleuchtung erreichbare Zustände? Oder handelt es sich um utopische Orte, die nur in traumhaften Vorstellungen existieren?

Ebenso ist die Wahrnehmung des eigenen Selbst eine unterbewusste Konstruktion. Wer Du bist beziehungsweise glaubst zu sein, welche Eigenschaften, Stärken und Schwächen Du Dir selbst zuschreibst. Das sind sämtlich unterbewusste Programme.

Diese Aufzählung könnte ewig weitergehen, denn ihre Inhalte sind so vielfältig wie das Leben selbst. Dieser kurze Abriss sollte jedoch ausreichen, um einen Überblick zu verschaffen und die immense Bedeutung zu vergegenwärtigen.

Über das effektive Zusammenspiel mit dem Unterbewusstsein

So richtig spannend wird es, wenn Du Dich bewusst der Arbeit mit dem Unterbewusstsein widmest. In diesem Moment steigern sich die Möglichkeiten für Erfahrungen und Potentiale ins Unermessliche. Du erkennst, dass Deine Realität ein Konstrukt ist, dass Du Glaubenssätze, Selbstbild etc. gezielt beeinflussen kannst und dadurch ein mehr an Lebensqualität erlangst.

Daher zeige ich jetzt einige Methoden auf, wie Du auf Dein Unterbewusstsein einwirken und auf diese Weise mit ihm zusammen arbeiten kannst.

An dieser Stelle noch ein wichtiger Hinweis: Bisweilen magst Du auf die Idee kommen, das Unterbewusstsein als ein Hindernis bei Deiner eigenen Entwicklung zu betrachten. Verständlich, denn schließlich ist es ja auch der Träger all Deiner ‚Probleme‘. Gleichwohl ist diese Ansicht nicht zielführend. Das Unterbewusstsein anzufeinden ist ungefähr so, als würde man einen Sportwagen demolieren, weil man es nicht gebacken bekommt, ihn zu fahren.

Daher ist die Einsicht essentiell, dass Dein Unterbewusstsein völlig wertfrei die Inputs umsetzt, die Du ihm gibst. Genau so wie der Sportwagen auf die Aktionen des Fahrers reagiert und man schlichtweg lernen muss, ihn richtig zu fahren, so ist auch die Arbeit mit dem Unterbewusstsein ein Lernprozess, der mit zunehmender Erfahrung immer leichter und effektiver abläuft.

Wiederholung

Die wohl einfachste Herangehensweise. Unterbewusste Strategien sind neuronale Muster. Das funktioniert genau wie beim Muskelaufbau – stetiges Training führt im Laufe der Zeit zu Wachstum und Fortschritt.

Um Fortschritt auszulösen, kannst Du erwünschte Glaubenssätze und unterbewusste Programme ersinnen und das Unterbewusstsein täglich mit diesen füttern. Affirmationen und Autosuggestion funktionieren nach diesem System. Du kannst sie auch immer wieder aufschreiben oder einen Aufschrieb an sichtbaren Stellen in Deiner Wohnung oder am Arbeitsplatz platzieren. Hauptsache ist, dass die Suggestionen immer wieder wahrgenommen werden und das Unterbewusstsein sie integrieren kann. Durch die Wiederholung beschäftigt sich Dein Unterbewusstsein mit den Zielmustern und beginnt, diese in der Lebenswirklichkeit zu entdecken und zu generieren. Der Prozess ist zweigleisig, hat erkennende und erschaffende Komponenten, die immer weiter ineinandergreifen.

Die Arbeit an der Schwelle

Es gibt einen Zustand, in dem das Unterbewusstsein besonders aufnahmefähig ist. Ich nenne ihn ‚die Schwelle‘. Es ist ein Zustand zwischen Wachbewusstsein und Traum. Du erlebst ihn vor dem Einschlafen oder beim nachmittäglichen Dösen als Tagtraum. Die Gehirnwellen sind hier auf einer niedrigeren Frequenz als im Wachzustand, schwingen im Bereich Alpha bis Theta. Wenn Du Dich in diesem Zustand befindest, bist Du Deinen eigenen unterbewussten Bildern und Impressionen näher; Themen, die Dich beschäftigen, sind leichter zugänglich. Ebenso ist die Kreativität auf einem höheren Level und dadurch fallen Problemlösungen leichter ein. Die Kommunikation mit dem Unterbewusstsein ist einfacher und direkter, ähnlich wie in Hypnose. Genau das ist im Schwellenbereich der Vorteil für unterbewusste Prozesse.

Besagter Zustand ist auf vielen Wegen erreichbar. Jedwede Form von Entspannungsübung ist probates Mittel. Autogenes Training, progressive Muskelrelaxation, Selbsthypnose, Musik. Auf YouTube finden sich Audios für Entspannung und sogenanntes Brainwave Entrainment. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt. Probiere einfach aus, was Dir am meisten zusagt. Du bemerkst den Zustand daran, dass Du tief entspannt bist und Dich der Alltagswirklichkeit etwas entrückt fühlst. Die Zeit scheint langsamer zu vergehen und das Raumgefühl wird holistischer, die Grenzen des eigenen Körpergefühls verschwimmen.

Morgens nach dem Aufstehen und am Abend vor dem Schlafen befindest Du Dich natürlicherweise an der Schwelle. Affirmationen und ähnliche Methoden können in diesen Zeiten besonders effektiv eingesetzt werden. Dabei solltest Du aber darauf achten, welche Inputs Du zu welcher Zeit setzt. Für den Morgen empfehlen sich aktivierende und energetisierende Einprägungen. Am Abend hingegen können diese anregend wirken und den Nachtschlaf stören. Abends lassen sich Fragen ans Unterbewusstsein übermitteln und häufig wacht man am nächsten Morgen mit der Antwort auf. Visualisieren und angenehme Zustände auszulösen sind weitere effektive Methoden. Am besten experimentierst Du hier mit verschiedenen Methoden zu verschiedenen Zeiten und findest heraus was sich am besten anfühlt und was den Eindruck entstehen lässt, Fortschritt zu bringen. Du merkst, dass Du es richtig machst, wenn Du sich insgesamt lebendiger fühlst und Deinen Problemen kreativ und konstruktiv begegnest.

Gleichfalls ist ein klein wenig Vorsicht geboten. Die Schwelle ist ein angenehmer Zustand. Wie ein warmes Bad, bei dem man Körperöle einwirken lässt. Bleibst Du aber zulange in der Badewanne, dann weicht die Haut auf und wird runzelig. Mit der Schwelle kann es ähnlich verlaufen, wenn auch nicht körperlich sichtbar. Wer einmal viel zu lange geschlafen hat, der kann es sich vorstellen. Man fühlt sich benommen, träge und benebelt. Dergleichen kommt vor bei der intensiven Arbeit mit dem Unterbewusstsein. Du magst Dir bei Zeiten sogar etwas verstrahlt vorkommen. Es braucht Übung, das richtige Maß zu finden und manch einer tut sich schwerer, die gesetzten Inputs im Leben umzusetzen in Form von sichtbaren Handlungen. Trotzdem. Dranbleiben lohnt sich. Nach und nach bekommst Du ein Gefühl für die optimale Herangehensweise und der Draht zum eigenen Sein verstärkt sich. Veränderungsprozesse fallen dann wesentlich leichter und man ist innerlich flexibler. Vor allem führt Dich die bewusste Arbeit mit dem Unterbewusstsein zu mehr Lebendigkeit und Zufriedenheit, weil Du intensiv und authentisch von Innen heraus lebst.

Hypnose

Die Hypnose hat hier einen gesonderten Punkt verdient, auch wenn der Prozess der Arbeit an der Schwelle stark ähnelt. Hypnose ist noch intensiver, sie geht tiefer. Das Bewusstsein wird heruntergefahren, so dass das Unterbewusstsein noch direkter zugänglich ist. Man könnte es vergleichen mit einer Operation im Gegensatz zu einer medikamentösen Behandlung. Während die Arbeit an der Schwelle sich zur täglichen Übung eignet, ist Hypnose sparsamer einzusetzen. Dein Unterbewusstsein braucht manchmal seine Zeit, um die heftigen Eindrücke umzusetzen. Es ist eine Art Regeneration wichtig, um wieder ‚im Leben anzukommen‘. Das Beispiel der Operation gegenüber der milderen medikamentösen Behandlung lässt sich auch hier wieder anführen. Der Körper benötigt nach einer Operation eine bestimmte Dauer, um zu heilen. Der Organismus muss sich anpassen und die Folgen des Eingriffs einarbeiten. In dieser Phase ist Ruhe dringend nötig, damit der Prozess seinen Lauf nehmen kann. In der Hypnose gibt es Parallelen dazu. Du musst darauf achten, wieder ganz aufzuwachen, um die gesetzten Inputs zu verwirklichen und nicht irgendwo in der Nähe der Schwelle zu verweilen.

Anker und Rituale, Schlüsselreize

Wenn Du einen Geruch wahrnimmst und Dich augenblicklich in einen Moment der Kindheit zurückversetzt fühlt, dann bist Du auf einen Anker gestoßen. Anker sind in der Psychologie bestimmte Reize (Schlüsselreize), die ein Gefühl oder einen Zustand auslösen. Der morgendliche Kaffee kann so ein Anker sein oder der Gang ins Sportstudio. Jede Art von Reiz oder eine Kette von Reizen können Dich in einen Zustand versetzen. Das kannst Du ganz gezielt nutzen. Denn Anker lassen sich kreieren. Der Prozess besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen: Zuerst versetzt Du Dich in den gewünschten Zielzustand. Erlebe den Zustand so intensiv wie möglich. Je mehr Sinne involviert sind, desto besser. Dann kann das Gehirn besser damit arbeiten. Optimal ist es, wenn im Zielzustand noch ein Verlauf stattfindet. Punktuelle Zustände funktionieren. Einen Verlauf nimmst Du aber intensiver wahr.

Während Du den Zustand am intensivsten erlebst, setzt Du den Anker. Das kann eine Berührung sein oder ein Geräusch oder eine Bewegung. Jeder sinnliche Reiz ist möglich.

Rituale können als Anker fungieren. Der morgendliche Kaffee. Das Glas Wein am Abend. Sportsachen anziehen.

Das Ziel ist es stets, einen bestimmten Zustand auszulösen. Ressourcegeladene Zustände, um genau zu sein. Der Kaffee am Morgen für Konzentration und eine produktive Grundstimmung sowie Motivation. Das Glas Wein am Abend zum Entspannen. So können Rituale Dich durch den Tag begleiten und eine Reise durch verschiedene Zustände sein. Unbewusst machen wir das alle. Unser Ziel ist es, dies möglichst bewusst zu gestalten. Denn Zustände auszulösen, das ist eine mächtige Fähigkeit. Man könnte es als gelebten Konstruktivismus bezeichnen. Jeder erschafft seine Realität mehr oder weniger bewusst selbst durch die Zustände, in die er sich begibt. Ein jeder erschafft seine ganz eigene Erfahrung. Wie toll wäre es, dabei nicht mehr dem unsteten Getöse der äußeren Umstände ausgeliefert zu sein und selbst das Ruder zu übernehmen? Rituale und Anker sind eine Möglichkeit, um genau das zu tun.

Einfach anfangen und dann weitermachen

Fragst Du Dich, wie Du das ganze überhaupt angehen sollst? -beginne einfach damit, Dich selbst zu fragen, was Du fühlen und erleben möchtest. Welche Zustände möchtest Du täglich erleben? Es kann hilfreich sein, ein paar Tage oder Wochen lang Deine eigenen Abläufe zu beobachten und auf Verbesserungspotentiale zu untersuchen. Es wird viele bestehende Anker und Rituale geben, die durchaus erwünscht sind. Es wird vieles geben, mit dem Du nicht zufrieden bist. Schritt für Schritt kannst Du sodann Veränderungen etablieren und neues ausprobieren. Dabei ist es ratsam, spielerisch vorzugehen. Es ist ein Prozess, in dem Du Dich selbst kennen lernst und nach und nach erst ergründen musst, worauf Du selbst besonders reagierst. Um die Metapher mit dem Sportwagen vom Anfang nochmal zu bemühen: Du musst erst langsam fahren lernen, bevor Du immer schneller und weiter fahren kannst. Durch die stetige Übung machst Du Deinen ganz persönlichen Lebens-Führerschein.


Ein besonders toller Aspekt ist, dass es mit der Zeit auch immer mehr Spaß macht. Denn je besser Du etwas kannst, desto mehr Freude empfindest Du dabei. Wer sich anfangs noch schwer tut, der kann nach ersten Erfolgen unbändige Begeisterung empfinden. Es lohnt sich, dabei zu bleiben und zu erleben, wie die Reise immer und immer besser wird.

Nun dann – freie Fahrt voraus!

Bis zum nächsten Mal

Dein Lion


Literatur:

Dr. Joseph Murphy – Die Macht Ihres Unterbewusstseins

Napoleon Hill – Think And Grow Rich

(Affiliate Links)

Kommentare gerne an kontakt@lionlogert.com.

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