Coaching und Wissenschaft – Eine bislang komplizierte Beziehung.

Darf ich vorstellen: Das Unfassbare.

Was haben Coaching und radioaktive Strahlung gemeinsam? Beide sind sehr kraftvoll und wir können ihre Wirkung nicht unmittelbar wahrnehmen.

Unterbewusstsein, Hypnose, Blackbox-Mechanismen – in Coaching-Prozessen finden manche Vorgänge statt, die (noch) unerklärbar sind. Sie sind unfassbar im doppelten Wortsinne: wir können sie nicht begreifen und sie imponieren uns.

Ein Blick hinter die Kulissen: Die Blackbox

Wie genau Coaching funktioniert, das spielt sich bisweilen auf Ebenen jenseits der Messbarkeit ab. Das Unterbewusstsein des Klienten setzt Inputs auf seine ganz eigene Art und Weise um, ein Reframing lässt Knoten platzen, hypnotische Suggestionen finden ihren Platz: Der Klient bemerkt eine Veränderung in seiner Wahrnehmung, in seinem Verhalten, in seiner subjektiven Lebensqualität. Jedoch könnte niemand erschöpfend erklären, was hier wie geschehen ist.

Man bezeichnet einen solchen Mechanismus als Blackbox: Man gibt einen Input, die Blackbox erzeugt daraufhin ein verlässlich vorhersehbares Resultat. Man weiß nicht, wie sie es tut aber man kann zu knapp 100 % sicher sein, dass sie es tut. Die essentielle Erkenntnis? Man kann gezielt ein bestimmtes Resultat generieren ohne die Funktionsweise zu kennen. Diesen Gedanken kann man sogar noch einen Schritt weiter spinnen: manche Prozesse müssen unbewusst bleiben, um zu funktionieren. Man denke dazu an die Kindergeschichte von dem Tausendfüßler, der nicht mehr von der Stelle kam und verzweifelte nachdem ihn jemand gefragt hatte, wie er denn mit all diesen Beinen so gut laufen kann.

Aus diesem Grunde kritisieren einige Stimme die mangelnde Wissenschaftlichkeit von Coaching-Prozessen. Die Methoden seien nicht empirisch überprüfbar. Es gebe keinen gesicherten Wissensstand zu den Abläufen. Der Begriff ‚Esoterik‘ fällt immer mal wieder mit eindeutig abfälliger Insinuation.

Allerdings darf man sich fragen: Muss ich etwas verstehen, um es anzuwenden? Für mich persönlich sind zum Beispiel mein Computer und mein Mobiltelefon weitgehend Blackbox Mechanismen. Ich weiß wenig davon, wie sie meinen Tastendruck, meine Wischgeste, meine Spracheingabe verarbeiten zu Nachrichten, Downloads und Dokumenten. Aber ich benutze sie täglich wie selbstverständlich. Sie funktionieren seit Jahren (fast) genau so, wie vorgesehen. Und zu 99 % mache ich mir nicht im geringsten Gedanken darüber, wie sie arbeiten.

Gute Nachricht und Warnung zugleich: Das Schlimmste, was passieren kann.

Kennst Du den Unterschied zwischen einem Fallschirmsprung und einem Coaching? Das Schlimmste, was bei einem Coaching passieren kann, ist, dass nichts passiert. Okay, vielleicht nicht ganz – Du hast schließlich eine Stunde Deiner Lebenszeit verloren. Das ist schade. Aber zu verkraften. Heißt ein, zwei Folgen weniger auf Netflix. Im Übrigen ist Coaching ein sehr sicheres Spiel mit viel Luft nach oben für positive Veränderungen. Du wettest mit geringem Risiko auf einen potentiell sehr hohen Gewinn.

Der letzte Absatz sei hier minimal zu relativieren insoweit, dass sich durch ein Coaching durchaus sehr viel verändern kann und dass manche Veränderung weit abseits vom sprichwörtlichen Ponyhof stattfindet. Das Leben beginnt außerhalb der Komfortzone, alles hat seinen Preis. Coaching unterstützt dabei, auch diese ungemütlichen Prozesse zu durchschreiten. Nur so kannst Du am Ende alle Deine Potentiale entfalten.

Und noch einmal: Das Unfassbare.

Manche Dinge muss man glauben, um sie sehen zu können. Eine generelle kritische Grundhaltung demonstriert Intelligenz und wappnet gegen naive Entscheidungen, sie kann aber auch äußerst hinderlich sein. Wer die geschärften Wahrnehmungsfilter seiner wissenschaftlichen Weltanschauung nicht gelegentlich auf Durchzug schaltet und sich öffnet für das, was sein könnte, dem entgeht all das, was sein kann.

In Coaching-Prozessen beschäftigen wir uns unter anderem mit dem (noch) Unfassbaren. Wir entwickeln ein Gefühl dafür, wie ein Leben nicht um 10 % wächst sondern um das 10-fache. Die Stimme des inneren Kritikers des Klienten mag schallend loslachen oder eine Standpauke zur mangelnden Realisierbarkeit des Vorhabens halten. Doch das ist ganz egal. Wir befinden uns im Coaching in einem Schutzraum. Wir generieren Träume. Anschließend schmieden wir Pläne für ihre Umsetzung. Die Realität hat ihre Grenzen: Ziel des Coachings ist es nicht, behinderte Pferde zum Rennen zu tragen; aber es zeigt dem fähigen Pferd, was es wie tun muss, um das Rennen zu gewinnen.

Abschließend

Vielleicht fühlst Du Dich jetzt ein wenig beschwindelt um eine Antwort auf die Frage nach der Wissenschaftlichkeit des Coachings. Sei mir bitte nicht böse, wenn ich Dir sage, dass es nicht mein Ziel war, Dir diese Antwort zu geben. Ich glaube nämlich – ohne religiös zu sein -, es liegt in der Natur der Sache, dass hier manches vage bleibt: Coaching gibt weder militärisch anmutende Handlungsbefehle noch apodiktische Lösungshinweise sondern vor allem provozierende Denkanstöße und perspektivische Erweiterungen. Man kann sich darauf einlassen und es erfahren, die Prozesse erleben und genießen. Oder man kann sich dagegen verschließen und unreflektiert kritisch alles abwehren, was Veränderungen bewirken könnte. Die Entscheidung muss jeder für sich treffen.

Fragen, Anregungen und Kritik gerne per Kommentar oder per Mail an kontakt@lionlogert.com.

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Bis zum nächsten Mal

Dein Lion


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