Besserer Sex (und mehr) dank Meditation

Geschätzte Lesedauer: 5 Minuten

Von der Macht des Stillsitzens.

 

Im Artikel „Darf ich vorstellen: Meditation“ erzählte ich bereits davon, wie Meditation funktioniert und wie sie vom Stress des Alltagslebens befreien und erleichtern kann.

In diesem Text wird es um die konkreten Vorteile gehen, die Meditation Dir bringt und wie sie sogar Deinen Sex verbessert.1

Vorab sei erwähnt, dass die Effekte sich einander überschneiden und sich gegenseitig verstärken. Du wirst meist mehrere gleichzeitig erleben. Umso angenehmer für Dich.

1. Du leerst Deinen mentalen Arbeitsspeicher

Kreisende Gedanken, unterwegs im Gedankenkarussel. Runde um Runde. Ein bekanntes Phänomen. Du fährst immer und immer wieder auf denselben Synapsenbahnen entlang und kommst nicht von der Stelle. Du drehst Dich im Kreis und löst keine Probleme sondern zurrst den Problem-Knoten nur noch fester.

Meditierst Du, so lösen sich diese Fixierungen. Du verlässt die ausgetretenen Pfade der immer gleichen gedanklichen Betätigungen. Du leerst den Papierkorb und den mentalen Arbeitsspeicher. Du machst Platz für frische Gedanken anstatt fortwährend auf denselben Schienen zu fahren. So kann neues entstehen und erscheinen.

2. Du erreichst eine höhere Ebene des Denkens.

Du kannst ein Problem nicht auf derselben Ebene lösen, auf der es entstanden ist. Um ein Problem zu lösen, musst Du Dich daher auf eine neue Ebene begeben. Das klingt kompliziert. Das kann kompliziert sein. Das kann aber auch sehr einfach und leicht von statten gehen. Wenn Du meditierst, dann wird Deine Gedankenwelt formbar; Grenzen lösen sich auf, Du wirst flexibler im Kopf. Die Fixierung auf Dein Problem verflüchtigt sich. Du erkennst neue Möglichkeiten, erlangst Zugang zu Veränderungen. Perspektivenwechsel stellen sich ein. Du begreifst das Problem ganzheitlich und gewinnst Lösungsoptionen. Du wächst Stück für Stück hinein in eine höhere Ebene des Denkens.

Noch besser: Du wächst über das Problem hinaus, anstatt es zu lösen. In der Meditation kommt es bisweilen zu Einsichten, durch die Du Dich mit dem ursprünglichen ‚Problem‘ gar nicht mehr beschäftigen brauchst. Das ‚Problem‘ ist kein Thema mehr. Erfolgreiche Persönlichkeitsentwicklung heißt häufig: Eine Situation hört auf, eine ‚Situation‘ zu sein, Du bemerkst sie nicht mehr. Bisweilen wunderst Du Dich dann vielleicht rückblickend, wie einfach Dir etwas fiel. Und möglicherweise hast Du sogar Freude daran, mit Deinen heutigen Fähigkeiten in dieser ehemals unangenehmen Situation zu brillieren.

3. Du schaffst Raum

Das Leben kann im Alltagsstress sehr eng werden. In der Meditation entstehen Raum und Weite. Irgendwo habe ich einmal den folgenden Satz gehört:

Jeder Mensch sollte sich 20 Minuten am Tag nehmen und einfach still sitzen und an nichts denken; es sei denn, er hat keine Zeit dafür, dann sollte er sich 60 Minuten nehmen.

Nehme Dir Raum, so entsteht neuer Raum. Wenn die Gedrungenheit Deiner Gedanken nachlässt, dann wirst Du klarer, wacher, präsenter. Ein Gefühl innerer Freiheit kehrt ein. Problemlösungen sind leichter zugänglich. Die Gedanken-Wolken am Bewusstseinshimmel verziehen sich. Ein trübes Gewässer reinigst Du am besten, indem Du es einfach stehen lässt.

4. Du übst Konzentration

Mit ständig klingelnden Smartphones, Tablets und sonstigen Gadgets und Benachrichtigungs-Schleudern ist es hart, sich ausdauernd auf eine Sache zu fokussieren. Studien haben erwiesen, dass die meisten Menschen heute nach durchschnittlich elf Minuten den Drang empfinden, ihr Telefon auf Benachrichtigungen zu prüfen. Durchschnittlich. Das heißt: bei fester der Hälfte der Bevölkerung sind es sogar noch weniger als elf Minuten. Smart phones for stupid people. Die meisten Benachrichtigungen sind völlig belanglose Aufmerksamkeitsfresser. Aber sie machen den Menschen süchtig. Er wird süchtig nach der mentalen Statik. Er braucht keine Langeweile mehr zu ertragen. Ein Katzenvideo hilft. Es lenkt ihn von seiner Unzufriedenheit ab und von all der Belanglosigkeit dessen, womit er sein Leben verbringt.

Wer nicht in der Lage ist, sich ausdauernd zu fokussieren, der ist auch kaum imstande, etwas bedeutungsvolles zu erschaffen. Erkenne: Konzentration ist essentiell, um langfristig Fortschritte zu machen und etwas aufzubauen. Du musst Dich einer Sache widmen, um in dieser immer und immer besser zu werden. Meisterschaft entsteht aus langfristiger Hingabe.
Langeweile erdulden. Fokus üben. Ausdauernde Präsenz mit einem Thema.
Meditation hilft Dir dabei, Deine Konzentration aufrecht zu erhalten. Und sie lässt Dich ganz nebenbei erkennen, dass die Benachrichtigungen auf Deinem smarten Telefon gar nicht so dringend sind und dass es interessanteres gibt, womit Du Dich beschäftigen kannst.

5. Verbinde Dich mit Deiner inneren Stille

Das mag jetzt gleich etwas abgefahren klingen, für mich war es eine eindrucksvolle Erkenntnis: Die Welt, die wir mit unseren Sinnen wahrnehmen, ist zu über 99 % leerer Raum. Die Abstände zwischen den Atomkernen und den Molekülen sind so groß, die Partikel sind so klein, dass die Materie, die wir mit unseren Sinnen wahrnehmen, nicht einmal 1 % des Raumes füllt. So selbstverständlich auch unsere Körper. Werde Dir dessen gewahr ebenso wie der Stille, die allem zugrunde liegt, in die jedes Geräusch verhallt und verfliegt. Konzentriere Dich auf Raum und Stille und so werden auch Deine Gedanken ruhig und Dein Bewusstsein geräumig. Du beschäftigst Deinen Geist nicht mehr mit den Gegenständen, mit der Materie, sondern mit dem Raum, mit der Leere, mit der Stille. Dadurch bist Du Kontakt mit Deinem inneren Raum, Deinem Frieden. Die Statik lässt nach, das weiße Rauschen im Hintergrund ebbt ab und verschwindet schließlich vollends. Aus dieser reinen Klarheit kannst Du mit Kraft und in Resonanz handeln.

6. Schärfe Deine Säge

Folgende kleine Geschichte:

Ein Mann geht durch den Wald und trifft dort auf einen Herren, der inbrünstig an einem Baum sägt. Die beiden Männer kommen ins Gespräch und der sägende Herr erzählt, dass er für den bevorstehenden Winter noch Unmengen an Holz sägen muss, es ihm aber immer schwerer fällt. Auf die etwas erstaunte Frage, warum er denn seine Säge nicht einfach einmal schärfe, entgegnet er festen Blickes – Keine Zeit! Ich muss sägen!


Geht es Dir vielleicht genau so? Mir ging (und geht) es immer mal wieder ganz ähnlich. Bisweilen bin ich so beschäftigt, dass ich vergesse, dann und wann eine kleine Pause einzulegen und meine Batterien aufzuladen. Meditation hilft Dir, Dich auf Dich selbst zurück zu besinnen. Du findest den Moment innerer Ruhe. Du nimmst Abstand vom Stress, vom Fluss der Gedanken, vom Alltagswahnsinn. Du schärfst Deine Säge.

7. Du erkennst Dich selbst

Während Du meditierst, schaust Du Deinen eigenen Gedanken zu wie Wolken am Himmel. Du erlebst Deine Gedanken und Emotionen. Du bist der Beobachter Deiner inneren Welten. Du trittst einen Schritt zurück und schaust Deinem fließenden Gedankenstrom zu. Dabei passieren zwei Dinge. 1) Du begreifst Deine eigenen Muster, Du verstehst Deine internen Reaktionen auf die Außenwelt und 2) Du gewinnst Abstand von diesen gewohnten Mustern, weil Du Dich nicht mehr mit ihnen identifizierst.

Wittgenstein würde vielleicht sagen: Du wachst (noch) nicht auf, aber Du merkst bereits, dass Du schläfst.

Das verschafft Dir die Wahl, Deine alten Muster beizubehalten oder neue auszuprobieren.

8. Du nimmst Deine Intuition wahr

Wenn Du meditierst, erlebst Du bisweilen in der Peripherie Deines Bewusstseins ein Aufflimmern einer Idee, einer Ahnung, einer Lust. Hier begegnest Du Deiner Intuition, Deiner inneren Stimme. Das sind subtile kleine Signale, die Du ständig bekommst, häufig aber wahrscheinlich nicht beachtet hast oder nicht einmal bemerktest. Meditiere, um Dein Gespür zu verfeinern. Horche und fühle dort nach. Anfangs können das sehr filigrane Signale sein, zart und flüchtig. Bleibe dran und es wird Dir immer leichter gelingen, sie wahrzunehmen.

9. Meditation führt zu Transformation

In der Meditation hältst Du Deine wache Aufmerksamkeit im Moment. Du erkennst und erlebst Deine eigenen Strukturen und Gedanken und kannst sie dadurch wandeln. Du hast die Wahl, die bisherigen Strategien weiter zu verwenden oder etwas anderes auszuprobieren. Oder, mit einem spirituellem Hauch ausgedrückt: Durch das Licht Deiner bewussten Aufmerksamkeit kannst dasjenige auflösen, was Dir nicht länger beliebt. Auf diese Weise kann Meditation ein Brandbeschleuniger für Veränderung sein.

10. Bewusstes Körperempfinden

Beim Meditieren lernst Du Deinen Körper kennen, weil Du ihm Aufmerksamkeit schenkst. Du kannst Dich ganz gezielt auf eine bestimmte Körpergegend konzentrieren und in diese hinein fühlen. Was spürst Du dort, sobald Du Deine Aufmerksamkeit verweilen lässt? Bei vielen Meditierenden erzeugt das ein angenehmes Kribbeln oder ein Gefühl von strömender Energie. Je länger Du übst, desto intensiver wirst Du diese körperlichen Wahrnehmungen erleben und desto besser kannst Du sie steuern. Vermutlich brauche ich Dir nicht extra sagen, dass körperliche Liebe dadurch eine noch bessere Erfahrung wird 😉

Wenn Du mehr über sexuelle Energie fahren möchtest, schaue in diesen Artikel.

Kennst Du weitere Effekte von Meditation? Lasse es mich gerne wissen mit einer Mail an kontakt@lionlogert.com

Wie Meditation funktioniert, wie Du sie etablieren kannst und was Du für Alternativen hast, wenn die klassische Meditation Dir nicht liegt, erfährst Du in diesem Artikel.

Bis zum nächsten Mal

Dein Lion

  1. Ich bekenne mich schuldig: Ich habe Dich mit dem Titel gelockt. Bitte verzeih mir und habe viel Spaß mit all dem, was Meditation Dir gibt – im Bett und im Leben 😉